Das Märchen vom Vitamin-D-Mangel.

Sommers wie winters wird heute ein angeblich drohender Vitamin-D-Mangel pathologisiert und zum globalen Problem erhoben.

Klar ist, daß Pharma- und Lebensmittelindustrie hier ihren Einfluß geltend machen – nicht nur auf die Medien, sondern auch auf die Instanzen, die Normwerte für unsere Nährstoffzufuhr festlegen. In all der Angstpropaganda wird bewußt unterschlagen, daß es physiologische Schwankungen gibt, die natürlicherweise wechselnden Lebensphasen oder circadianen Rhythmen unterliegen. Bereits ein täglicher 10-minütiger Spaziergang zur Mittagszeit (nach urheimischer Sonnenzeit!) bei wolkenfreiem Himmel genügt in der Regel, um unseren Vitamin-D-Bedarf durch körpereigene Synthese zu decken [1,2]. Nur bei bestimmten Bevölkerungsgruppen besteht das Risiko eines Vitamin-D-Mangels: Menschen, die ihren Körper kulturell oder religiös bedingt größerflächig mit Kleidung bedecken, oder dunkelhäutige Bewohner Mitteleuropas, deren Haut an höhere Sonnenintensitäten angepaßt ist [3]. Ihnen empfehlen wir, sich jeden Tag einige zusätzliche Sonnenminuten zu gönnen. Zudem sind wir gerade dabei für sie – ebenso wie für unsere Mitmenschen mit Sonnenallergie – urheimische, Vitamin-D-reiche Pflanzenpräparate zu entwickeln. Was heute an künstlichen Vitamin-D-Präparaten erhältlich ist, hat mit der Natur auf jeden Fall wenig gemeinsam und ist aus urheimischer Sicht nicht zu empfehlen.

Quellen

  1. Hofmann-Aßmus M . Pharmazeutische Zeitung. 2004 Jul 8;149(28):16-21.
  2. Theml H: Krebs und Krebsvermeidung - Risiken, Entstehung, Prävention. C. H. Beck, München, 2005.
  3. Elmadfa I, Leitzmann C: Ernährung des Menschen (4. Auflage). Ulmer Verlag, Stuttgart, 2004.