Wildkräuterwanderungen erfreuen sich wachsender Beliebtheit und es ist schön zu wissen, daß das Potential heimischer Kräuterpflanzen Beachtung findet. Doch wie immer hat das Ganze auch seine Schattenseiten. So ist zum Beispiel der Bärlauch, über dessen Wirkkraft sich Ende der 1980er-Jahre nur noch wenige im Klaren waren, inzwischen so beliebt, daß er leider neben achtsamen Hobbysammlern auch jene Menschen anzieht, die vor den Gaben der Natur jeglichen Respekt verloren haben und Bärlauch samt Zwiebeln in großen Mengen aus dem Wald tragen (1). Anstatt wie es der Anstand gebietet und das Gesetz (§ 39 Abs. 3 Bundesnaturschutzgesetz) vorschreibt, nur so viele Wildpflanzen zu pflücken, wie zwischen Daumen und Zeigefinger passen („Handstraußregel“), überschreiten manche die Grenzen und schleppen Kräuter tütenweise aus dem Wald. Im Gegensatz zu der „Waldernte“ setzen wir auf eine verantwortungsvolle Ernte. Unser Bärlauch (etwa in Bärlauch Frischblatt Granulat) stammt von eigenen, nachhaltig bewirtschafteten Flächen. Zusätzlich werden unsere Produkte regelmäßig auf den Befall durch Fuchsbandwurm untersucht – eine Sorgfalt, die ihresgleichen sucht.
Daß Wandern in seiner heutigen Form überhaupt in Mode gekommen ist, haben wir Friedrich Schiller zu verdanken. In seiner 1795 veröffentlichten Ballade „Der Spaziergang“ finden sich die weithin bekannten Zeilen: „Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl“. Was viele nicht wissen: Schiller hat den aus dem Altgriechischen stammenden Spruch (Herodot 7, 229, 1-3) falsch übersetzt. Eigentlich müßte es lauten: „Oh Fremder, sag den Spartanern, daß wir hier liegen, den Heimatgesetzen folgend“. Schiller entfernte sich von der ursprünglichen, militärischen Bedeutung, die von Pflicht und Opferbereitschaft sprach und verwandelte sie in eine romantisierte Vorstellung (2).
Quellen:
(1) https://www.polizei.sachsen.de/de/MI_2025_112101.htm
(2) http://www.mlahanas.de/Hellas/Geschichte/Schlacht/Thermopylen.html
Ein lesenswerter Hinweis:
Wir möchten das Buch „Bärlauch und Judenkirsche“ von Gerhild Birmann-Dähne empfehlen, das wertvolle Einblicke in die Inhaltsstoffe des Bärlauchs bietet - darunter auch das Adenosin, das wir in unserer eigenen intensiven Forschung berücksichtigt haben.