Was zählt schon ein Insektenleben?

Das Thema ist nicht neu, trotzdem sollten wir es nicht aus den Augen verlieren: Der Insektenschwund auf unserem Planeten ist dramatisch. Bereits 2019 erschien im Fachmagazin Biological Conservation eine Studie, die den Ernst der Lage eindrucksvoll untermauerte: Über 40 Prozent der Insektenarten weltweit, vermeldeten die Forscher seinerzeit, sind vom Aussterben bedroht [1]. Neue Zahlen fehlen bis heute, doch aktuelle Schätzungen sprechen eine ebenso deutliche – wenn nicht noch deutlichere – Sprache [2]. Im öffentlichen Bewußtsein präsent sind allenfalls die Bienen, dabei geht es auch vielen anderen Insektenarten wie Käfern, Schmetterlingen oder Libellen an den Kragen.

Die wahren Zahlen bleiben im Nebel

Die Schlinge zieht sich weiter zu. Denn neben industrieller Landwirtschaft, Düngemitteln, Pestiziden und Flächenversiegelung zählen auch Windräder zu den erklärten Gegnern der Insekten. An ihren Rotorblättern, die eine Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h erreichen, kleben tagtäglich Milliarden erschlagener Fliegen und Falter [3]. Aber auch für Vögel sind die viele Meter hohen Ungetüme eine Falle. Das Manko dabei: Konkrete Zahlen, die den Exodus untermauern und die Öffentlichkeit aufrütteln, sind Mangelware. Nur acht Prozent der Rotmilane sterben an Windrädern, heißt es seit 2024 [4] – als wäre das eine gute Nachricht. Ist es aber nicht, bei einer Art, von der die Hälfte des Weltbestands in Deutschland brütet. Und die Situation wird nicht besser: Nur 25,5 Meter mehr Rotordurchmesser verfünffachen das Kollisionsrisiko [5]. Trotzdem werden Windräder immer größer, in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 250 Meter hoch.

Zorn allein verändert nichts

Wer das liest und nicht zornig wird, hat womöglich schon resigniert. Mir geht es nicht anders. Seit Jahrzehnten beobachte ich, wie wir uns von der Natur entfremden. Wie aus erschütternden Zahlen nur noch Prozentangaben werden, die man sich schönrechnet. Das macht mich wütend. Ein Zorn, den ich nicht verstecken will, weil er der ehrlichste Ausdruck dafür ist, was auf dem Spiel steht. Zorn allein verändert nichts. Mein Ventil war immer die Arbeit. Hinschauen, nachfragen, forschen, wo andere längst aufgehört haben zu messen. Aus diesem Antrieb sind Cystus®, Blauwarten® Bio Mastitabs® und die anderen urheimischen Produkte entstanden. Nicht als Ausweg aus der Wut, sondern als Versuch, sichtbar und nutzbar zu machen, was verdrängt zu werden droht.

 

 

Quellen:

[1] https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0006320718313636?via%3Dihub

[2] https://www.riffreporter.de/de/umwelt/krefelder-studie-insektensterben-biodiversitaet-naturschutz-deutschland

[3] https://www.t-online.de/heim-garten/garten/id_85462976/windkraftanlagen-toeten-taeglich-bis-zu-sechs-milliarden-insekten.html

[4] https://suisse-eole.ch/de/news/windenergie-ist-keine-massgebliche-gefahr-fuer-den-rotmilan/

[5] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320725005191?via%3Dihub